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Vereinsporträt

Wie es zur Gründung des Unterhaltungsvereins „Roter Stern“ Bubach?

Ende der 50er Jahre und 1960-61 waren sowohl in Bubach als auch in Saal viele talentierte Spieler in der Jugendabteilung des 1.FC Niederkirchen und in den aktiven Mannschaften von Niederkirchen, Hoof und Osterbrücken aktiv tätig. Das führte in den beiden Nachbarorten zu dem Wunsch, eine Fußballmannschaft zu bilden und im Wettkampf den Sieger zu ermitteln. Nichtaktive Fußballbegeisterte und ehemals aktive Spielerergänzten und verstärkten ihre Mannschaft. Das Interesse und die Begeisterung in den beiden Dörfern wie im gesamten mittleren Ostertal waren groß. Die ersten Vergleichskämpfe wurden alle überlegen von Bubach gewonnen.

Um den weiteren Begegnungen einen besonderen Reiz zu geben, setzte man eine Siegprämie aus: 50 Liter Bier! Folgende Regelungen wurden festgelegt:
Es wurden zwei Spiele ausgetragen.
Bei Punktgleichheit zählt das Torverhältnis.
Besteht auch Torgleichheit, entscheidet ein Elfmeterschießen.

Das erste Spiel „Schienbein 04“ Bubach gegen „Halbe Lunge“ Saal endete 4:2 für Bubach, das zweite 2:1 für Saal (erst zwei Minuten vor Spielende erzielte Bubach den entscheidenden Anschlusstreffer). Somit stand Bubach dank des besseren Torverhältnisses von 5:4 als Sieger fest.

Die „dritte“ Halbzeit fand anschließend in der Gaststätte von „Jagdhütersch Lui“ statt. Gastraum, Nebenzimmer, Küche und Flur reichten kaum aus, um die vielen Fußballbegeisterten aufzunehmen. So war bald das erste 50-Liter-Fass geleert. Die Bubacher Anhängerschar ließ sich nicht lumpen, legte zusammen und bezahlte das nächste Fass. Die Saaler reagierten darauf, es kam zu weiterem Bier. Schließlich legten alle zusammen, das Bier floss in Strömen.
Nach lang durchzechter Nacht besaß der Wirt keinen Tropfen Bier mehr, Rotwein und Hochprozentiges wurden ausgeschenkt. Um am nächsten Morgen die Probe des Musikvereins Saal gestalten zu können, lieh er sich beim „Hecke“ in Bubach ein Fass Bier aus.
Unvergesslich sind die Worte von „Jagdhütersch Lui“, wenn er an ein Glas klopfte und ankündigte: „Meine Herrn! Eine traurige Mitteilung: Es Freibier ess all!“ Oder: „Meine Herrn! Eine freudige Mitteilung: Es gebbt wedder Freibier!“ Als Fazit der Feier meinte er schmunzelnd:“Es hat mich e Disch unn drei Stiehl koschd. Es war so scheen! Ehr derfe jede Samschdaach werrer komme!“

Diese historischen Begegnungen im Fußball und das gemeinsame Feiern mit den Saalern, vor allem aber das Spenden von Geld für das nächste Freibier bestärkte in vielen Bubachern den Wunsch und die Erkenntnis: Hätten wir einen Verein, hätten wir auch eine Vereinskasse und hätten daraus das Bier bezahlen können.
Der schon länger diskutierte Plan wurde in die Tat umgesetzt. So kamen am Sonntag, den 10.12.1961, 29 Freunde des Fußballsports in der Gastwirtschaft „Hecke“ zusammen und gründeten den Unterhaltungsverein „Roter Stern“ Bubach. Der Name hat absolut nichts mit Politik zu tun: Es musste ein außergewöhnlicher Name sein, denn normale Namen gab‘s genug. „Roter Stern Belgrad“ war damals eine der erfolgreichsten Fußballmannschaften Europas und diente als Vorbild.

Eine Sammlung unter den Gründungsmitgliedern ergab 27,40 Mark. Das war der finanzielle Grundstock des Vereins. Den Sportplatz auf dem Buberg gab es bereits, allerdings führte ein unbefestigter Weg für die Bauern längs über den Platz. Erst viel später verlegte man den Weg am Platz vorbei. Die ersten Tore wurden in Eigenleistung aus Fichtenstangen aus dem nahen Wald zusammengebaut.

Im Laufe der Jahre entwickelte sich eine rege Tätigkeit, nicht nur auf dem sportlichen Sektor, sondern vor allem auch in kultureller Hinsicht. Weit über das Ostertal hinaus bekannt ist die Kappensitzung. Die erste Sitzung improvisierte man bereits 1962. Anfangs mussten die Akteure sogar noch Eintritt zahlen, weil Ebbe in der Kasse war. Reges Interesse fanden auch die Preisschießen, bei denen der beste ,,Wilddieb“ ermittelt wurde, die Tischtennisturniere, die Kameradschaftsabende, die Fahrten zu Bundesligaspielen, unzählige Kinder- und Jugendveranstaltungen sowie Wein- und Whiskyseminare.

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